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"mal ganz fern und mal ganz nah...
...und nicht immer geradeaus"

15. Coswiger Radwandertage 1999 in Coswig

02.04.1999   05.04.1999

Spät, aber hoffentlich nicht zu spät, kommt er: der ultimative „Bericht" zu den Coswiger Radwandertagen. Denn: Ostern gab es auch in diesem, nun schon fast vergangenem Jahr... Die Coswiger Radwandertage begannen, wie immer, am Karfreitag; dieses Jahr am einstigen Gründungsort schlechthin: Coswig. Das war kein Zufall denn es waren nicht nur die „15." Radwandertage, sondern vor allem 20 Jahre APRICUS. Da es aber nur ein wenig mehr als ein Dutzend Leute nach Coswig lockte, wurde nicht's so recht aus der „Big Party", und wir beschlossen, diese vielleicht doch eher ans Ende des Jahres zu verlagern…

Nun ja, Freitag trafen alle Interessierten nicht wie üblich in der JH des Ortes, sondern in Frank Schisanowskis großem Wohnhaus - seit einigen Monaten auch Sitz des Apricus-Büros - ein, welches gerade groß genug war, um alle 16 Leute aufzunehmen. Etwas neu und ungewöhnlich, doch recht gemütlich und zudem vergleichsweise preiswert - hinsichtlich des Teilnehmerpreises - wie sich bald herausstellte. Also eine machbare (auch zukünftige) Alternative der Unterbringung für Gruppen dieser Größe. Den Freitag beendeten wir mit einer Besichtigung der Coswiger Kirche mit Originalgemälden Lukas Cranachs, einem freien Blick auf Uhrwerk und Glockengeläut, einem tollen Sonnenuntergang vom Kirchturm aus und mit einigen Weisheiten mehr ausgestattet - dank des red- und leutseligen Pfarrers.

Den Ostersamstag starteten wir zu unserer ersten Tour in nord-westlicher Richtung, oberhalb der Elbe, welche uns zunächst nach Roßlau führte und auf das Gelände der sich dort befindenden mächtigen, gut erhaltenen, toll begrünten Wasserburg aus dem 12. Jahrhundert. Einst mittelalterliche Rundburg mit Mauer und Burggraben, war sie auch Wohnhaus und zuletzt Ort kultureller Jugendarbeit gewesen... Jetzt leerstehend schien sie fast ein wenig zu warten auf ein neues, vielleicht... Apricus-Domizil. Weiter ging‘s ins Europa-Dorf Meinsdorf. Hier entstand eine europäische Mustersiedlung. Elf Architekten aus acht europäischen Ländern entwickelten hier Wohnhäuser im modernen, versuchten landestypischen Stil, welcher aber nicht immer zu erkennen war. Nächste Station der Tour war der Kupferhammer in Thießen, der in einem kleinen Gut mit Bauernhof, landwirtschaftlicher Geräteausstellung, „Hammer"-Cafe, kleinem Park samt Esel-Familie integriert war. „Jetzt woll‘n wir mal den Hammer ein paar Schläge machen lassen", empfing uns der Ausstellungsleiter und führte uns den mächtigen, um 1600 erbauten, Hammer vor, der einst große Kupferkessel schlug, von einem Wasserrad angetrieben wurde und einst bis Coswig zu hören war... Nach einer Stärkung ging es weiter nach Hundeluft, wo noch ruinöse Reste eines artesischen Brunnens und eines Burgwalls zu sehen bzw. teilweise mehr zu erahnen waren. Genug der kulturellen Höhepunkte für diesen Tag radelten war über Bräsen, Buko, Düben und Zieko zurück nach Coswig, wo wir den Abend zunächst beim Grillen und später am riesigen Osterfeuer des Ortes verbrachten.

Am Sonntag ging es zunächst mit dem Zug nach Dessau und von dort immer mehr oder weniger nah an der Mulde entlang, durch einen Teil des Bioshärenreservats Mittlere Elbe mit der größten zusammenhängenden Auenlandschaft in Mitteleuropa, geprägt von weiten Auenwäldern und artenreichen Auenwiesen - jene Elblandschaft, die noch einige Wochen zuvor beim Abradeln total unter Wasser stand, da Elbe und Mulde mehr als nur etwas ihr Flussbett verlassen hatten... In Altjeßnitz angekommen, verirrten wir uns erst einmal im barocken Irrgarten, zumindest einige von uns, obwohl die meisten nicht das erste Mal dort weilten. Aber es ist bekanntlich ja noch nie ganz einfach gewesen, den „richtigen" Weg zu finden... Und, dann wurde uns mal wieder eine „Gast“-stätte zum Verhängnis, welche nicht nur „marode Preise" (O-Ton des Wirtes) zu haben schien, sondern auch ein marodes Zeitempfinden. Nun ja, jedenfalls konnten wir leider unsere ursprünglich geplante Tour über die Biber-Freianlage mit Beobachtungsmöglichkeiten und den Fürst-Franz-Weg entlang der Elbe nicht mehr verwirklichen, sondern fuhren alternativ, zunächst durch Tagebaulandschaft zur Barockstadt Oranienbaum, um den Stadtkern mit dem Wahrzeichen des Ortes, dem Orangenbaum, zu besichtigen und einen Blick auf das Schloss Oranienbaum und dessen schönen Park zu werfen. Über Wörlitz ging es dann zurück nach Coswig. Den Abend verbrachten wir bei der „Mystischen Nacht" auf Burg Rabenstein: einem mittelalterlichen Fest mit entsprechenden Aufführungen, Musik, Zünften, Ständen, Essen, Getränken und Spielen... Apropos Spiel: großer Beliebtheit erfreute sich bei uns ein Spiel auf einem Balken, auf welchem sich je zwei Leute, ausgerüstet mit je einem Strohsack, gegenüber saßen. Nur mit den Beinen sich am Balken festhaltend, galt es den anderen mit dem Strohsack vom Balken zu schlagen. Sieger war, wer dies als erste/er schaffte. Doch auch die „Verlierer" traf es nicht allzu hart, denn sie fielen in weiches Stroh.

Am Ostermontag ging es schon wieder gen Heimat. Ein Teil der Gruppe fuhr noch mit der Fähre in Coswig, Wörlitz streifend auf dem landschaftlich wunderschönen Fürst-Franz-Weg nah der Elbe nach Dessau. Dieser Weg führt auf dem Elbwall entlang, jener, der noch beim Abradeln der Strecke der einzige Weg inmitten völlig überschwemmter Elbwiesen und Weiden war, bis auch er im Wasser verschwand, und uns nur noch Wasser umgab und der Weg bis Dessau abgeschnitten war. Jener Weg ist von Fürst Franz von Anhalt-Dessau, der auch den Wörlitzer Park anregte, gestaltet und in ähnlicher Art und Weise angelegt worden, d.h. mit Skulpturen, Toren, Tempeln, Sichtachsen und anderen Kunstelementen versehen, die in die Landschaft eingebettet worden waren. Ein wunderschöner Abschluss und Abschied sozusagen - von Coswig. der Elbe und den Radwandertagen überhaupt.

Resümierend betrachtet, waren die Osterradwandertage ein ungewöhnlich kleines, doch auch feines Treffen, bei dem hoffentlich im nächsten Jahr - vielleicht auch angeregt durch diesen Bericht - wieder ein paar mehr Leute mitradeln werden.

Anke Meißner

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